Durchwachsener Saisonstart

Zum Auftakt der Schachsaison 2022/2023 standen für beide Wieslocher Mannschaften Heimspiele auf dem Programm.
Während die 1. Mannschaft hierbei eine unglückliche Niederlage hinnehmen mußte, konnte die 2. Mannschaft einen deutlichen Heimsieg erringen.

SC Wiesloch / SF Baiertal I SK Mühlhausen I 3:5


Bevor es losging, gedachten beide Mannschaften mit einer Schweigeminute dem vor kurzem verstorbenen Wieslocher Vorsitzenden Stefan Gölz. Stefan hat unseren Verein lange Jahre durch seine Dienste als Mannschaftsführer und 1. Vorsitzender als Schachspieler und Mensch bereichert; er hinterläßt eine kaum zu schließende Lücke.

Aus sportlicher Sicht bekam Wiesloch gleich zu Saisonbeginn mit dem Landesliga-Absteiger Mühlhausen, eine der stärksten Mannschaften der Bereichsliga Nord vor die Nase gesetzt. Eine äußerst unangenehme Aufgabe, die allerdings zunächst gut losging: An Brett 8 konnte der Wieslocher Ehrenvorsitzende Dieter Klare bereits in der Eröffnung eine Figur gewinnen, der Rest war nur noch Formsache und Dieter brachte seine Mannschaft in Front.
Die Führung währte allerdings nicht lange, da Brett 7 bald darauf an die Gäste ging. An Brett 2 erkämpfte sich Andreas Rein mit solidem Spiel gegen seinen höher bewerteten Gegner ein starkes Remis. Lars-Erik Röderer musste sich an Brett 5 ebenfalls mit Unentschieden begnügen. Bis zu diesem Zeitpunkt hatten sich unsere Schachfreunde gegen ihre favorisierten Kontrahenten hervorragend geschlagen, aber jetzt kippte die Begegnung:
An den Brettern 1 und 3 setzte es Niederlagen und damit ging es beim Stand von 2:4 für die beiden verbliebenen Wieslocher nur noch darum, das Remis zu retten.
Eine extrem schwere Aufgabe: An Brett 4 hatte Matthew Herbst in einem zähen positionellen Ringen Schwerstarbeit zu leisten; sein Gegner rührte in der französischen Verteidigung Beton an und ließ den Wieslocher auf Granit beissen. Aber der Heimspieler erarbeitete sich verbissen Zug um Zug positionellen Vorteil, bis der Mühlhausener einbrach: Matthew brach mit zwei Freibauern gleichzeitig am Königsflügel durch und erzwang entscheidend Materialgewinn.
Dieser Sieg ließ die Gastgeber noch einmal kurz hoffen, es sollte aber nicht reichen: An Brett 6 hatte der Heimspieler mehrere Remisangebote seines Gegners angesichts des Mannschaftsstandes trotz ausgeglichener Stellung abgelehnt und uneigennützig sehr aggressiv auf Sieg gespielt. Damit wollte er aber mehr als die Stellung hergab, überzog und verlor; am Ende standen die Wieslocher trotz einer ordentlichen Leistung mit leeren Händen da.
Nun gilt es am 2. Spieltag am 16. Oktober die in Bad Mergentheim die ersten Saisonpunkte einzufahren.

SC Wiesloch / SF Baiertal II SC Malsch I 5,5:2,5


Wie bereits oben erwähnt gedachten auch hier beide Mannschaften dem verstorbenen Wieslocher Vorsitzenden Stefan Gölz mit einer Schweigeminute.

Die 2. Mannschaft rechnete sich in der Bezirksklasse Heidelberg gute Chancen aus, gegen Malsch gleich zu Beginn die ersten Saisonpunkte einzufahren. Die Gäste waren weniger optimistisch, was ihre sportliche Perspektive anging; sie traten nur zu siebt an, sodaß Rückkehrer Frank Ebert um seine erste Partie gebracht wurde und seine Mannschaft kampflos in Führung brachte.
Und es steht zu vermuten, daß einige Spieler aus Malsch auch lieber zu Hause geblieben wären, es hätte ihnen zumindest ein paar schmerzhafte Momente erspart: An Brett 3 überspielte Adrian Klare in seiner geliebten Caro-Kann Verteidigung seinen Gegner positionell nach allen Regeln der Kunst, bis dieser sich aus seiner schlechten Stellung mit einem aggressiven Springervorstoß zu befreien suchte. Eine schlechte Idee, denn der weiße Springer hatte sich auf ein Feld vorgewagt, wo ihn nur die Dame deckte, und diese konnte Adrian ganz einfach vertreiben; die Dame mußte den Springer aufgeben und der Wieslocher sammelte eine Extrafigur ein. Sein Gegner hatte genug gesehen und warf das Handtuch.
An Brett 4 war es auch nicht spannender: Hier bestrafte Werner Huber die passive Spielführung seines Gegners mit einem aggressiven Bauernsturm im Zentrum an dessen Ende die gesamte schwarze Stellung kollabierte; der Malscher gab auf als drei (!) seiner Figuren gleichzeitig hingen.
Am Spitzenbrett hatte David Köhler unterdessen seinen Gegner positionell überspielt und einen Bauern gewonnen, vergab diesen Vorteil allerdings durch einige Unkonzentriertheiten im Endspiel und musste sich mit Remis begnügen.
Am Brett daneben hatte Klaus Scheuermann währenddessen die Qualität gewonnen, sein Kontrahent fand aber starkes Gegenspiel und konnte Remis halten. Besser machte es Matthias Khan an Brett 7: Matthias hatte bereits in der Eröffnung eine Figur gewonnen und verwertete diesen Vorteil trotz des erbitterten Widerstandes seines Gegners ungefährdet zum vollen Brettpunkt und beseitigte damit endgültig jegliche auch noch so geringe Zweifel am Ausgang des Mannschaftskampfes.
Nachwuchsspieler Björn Seidel konnte an Brett 6 einen Bauern gewinnen, angesichts des starken Bauernvorstoßes seines Gegners am Damenflügel und des Gesamtergebnisses ging er aber lieber auf Nummer sicher und einigte sich mit seinem Gegner auf Unentschieden. Die Wieslocher Niederlage an Brett 5 änderte nichts mehr. Nach diesem deutlichen Heimsieg, der auch noch höher hätte ausfallen können, kann die 2. Mannschaft am nächsten Spieltag in Bammental die Grundlage für eine erfolgreiche Saison legen.

Hinweis: Das Training für Kinder- und Jugendspieler findet jeden Freitag um 18 Uhr im Bürgerhaus Baiertal statt. Neueinsteiger sind jederzeit herzlich willkommen. Für alle Spielklassen stehen erfahrene &UUuml;bungsleiter zur Verfügung. Der Spielabend für Erwachsene beginnt um 20 Uhr.